Der Star ist Vogel des Jahres 2018

Die Feldlerche - Vogel des Jahres 2019.  Fotos:  Karl-Heinz Kuhn

Die Feldlerche   – Vogel des Jahres 2019

 

 

 

Nach 1998 wurde die „Feldlerche zum zweiten Mal als „Vogel des Jahres“ ausgewählt. Seit diesen

 

20 Jahren hat sich nichts bei der Situation um die Feldlerche verbessert, im Gegenteil seither ist etwa jede vierte Feldlerche aus dem Brutbestand in Deutschland verschwunden. In vielen Gebieten kann man den fröhlichen, beschwingten Gesang während eines Spaziergangs am Sonntagmorgen hoch oben über unseren Köpfen nicht mehr hören. Sie scheint dasselbe Schicksal wie schon andere Bodenbrüter zu erleiden. Braunkehlchen, Rebhuhn, Kiebitz und Grauammer sind bei uns bereits verschwunden. Der Bestand der Goldammer zeigt auch schon abnehmende Tendenz obwohl sie an Waldränder und Heckenstreifen ausweichen kann. Inzwischen ist die Feldlerche in der „Roten Liste der Brutvögel“ als gefährdet eingestuft.

 

 

 

Als Lebensraum bevorzugt sie weitläufige Feldfluren, wie ihr Name schon sagt. Sie bewohnte aber auch alle baumfreien offenen Lebensräume mit freier Sicht und nicht zu dichter und hoher Vegetation.

 

Um ein gutes Brutstätten- und Nahrungsangebot  zu haben, benötigt sie ein Mosaik aus verschiedenen Landnutzungen und Ackerfrüchten. Eine positive Bestandsentwicklung gab es in der Zeit der Flächen- stllllegungen. Heute fehlen bei der intensiven  Bewirtschaftung immer wieder Brachflächen, in denen die Zweit- und Drittbruten stattfinden könnten. Seit Jahren leidet sie unter der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft unter Anwendung von Pestiziden und vermehrter Düngung. Die Vegetation wächst schnell und dicht, so dass die Vögel keinen Landeplatz mehr finden. Außerdem fehlt es an ausreichend eiweißhaltiger Nahrung für die Jungenaufzucht (Insektensterben!). Auch auf den Wiesen haben sie kaum noch Chancen, da sie oft bereits Anfang Mai gemäht werden.

 

 

 

Die erste Brut beginnt im April. In einer gescharrten Mulde wird das Nest vom Weibchen mit Wurzeln und Halmen ausgepolstert. In kurzen Abständen legt sie dann 2 – 7 bräunliche oder leicht grünliche Eier und die Jungen schlüpfen nach ca. 12 Tagen. Jetzt beteiligt sich das Männchen an der Nahrungsbe-schaffung, während das Weibchen die nackten Jungen wärmt. Bereits nach etwa 8 – 11 Tagen

 

verlassen die Jungen das Nest und halten sich in der Umgebung auf und werden weiter gefüttert. Nach ca. 15 Tagen gibt es die ersten Flugversuche, ihre Selbstständigkeit erreichen sie nach 19 – 20 Tagen. Danach macht das Weibchen einen erneuten Brutversuch.

 

 

 

Die Feldlerche ist mit ihrer Gefiederfärbung – in verschiedenen Brauntönen – gestrichelten Oberseite ihrer natürlichen Umgebung gut angepasst. Das weiße Bauchgefieder sticht davon ab. Sie hat einen hellen Überaugenstreif und beide Geschlechter haben auf dem Kopf eine kleine Federhaube (nicht mit der Haubenlerche verwechseln). Beim Flug fallen die weißen Seitenkannten der Schwanzfedern auf. Ihr Gesang ist unverkennbar und wird vom Männchen in der Luft in bis zu 200 m Höhe 2 – 5 Minuten lang vorgetragen. Das Weibchen singt am Boden und erheblich kürzer.

 

 

 

Nach der Brutsaison versammeln sich die Feldlerchen zu kleinen Gruppen. In Westeuropa überwintert sie, in Mitteleuropa verlassen sie uns zwischen September und November  und überwintern als Kurzstreckenzieher bevorzugt in Südfrankreich und Spanien. Je nach Witterung kommen sie  im Februar bis Mitte März zu ihren Brutgebieten zurück.

 

 

 

Um das Artensterben bei den Bodenbrütern aufzuhalten ist eine Naturverträgliche Agrarpolitik erforderlich. Ein strukturreicher Ackerbau mit bis zu 10 % Brachenanteil!  Das käme nicht nur der Feldlerche sondern auch vielen anderen Tier- und Pflanzenarten zu Gute.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        

 

                                                                                                                                 H. Mohr