Arten des Jahres 2022

     Schmetterling  des Jahres 2022. Der Kaisermantel

Kaisermantel Foto: K-H Kuhn
Kaisermantel Foto: K-H Kuhn

Der Kaisermantel ist Schmetterling des Jahres 2022. Sein lateinischer Name ist inspiriert von Aphrodite, der Liebesgöttin. Und die Kaisermäntel sind wirklich wahre Schönheiten des Waldes. Dort sind sie häufig anzutreffen. Für diesen Lebensraum haben sie ein ganz besonderes Verhalten zur Eiablage entwickelt.

Der Kaisermantel ist der größte heimische Perlmutterfalter und gehört zur Familie der Edelfalter. Er kommt vor allem an sonnigen Waldrändern und -lichtungen mit reichhaltigem Blütenangebot vor. Die Männchen haben dunkelbraune Duftschuppen auf ihren Vorderflügeln. Bei der Balz strömt ihr Duft aus und macht die Weibchen paarungsbereit.


Merkmale des Kaisermantels

Mit 55 bis 65 Millimetern Flügelspannweite zählt der Kaisermantel zu den eher großen Tagfaltern. Die Flügel-Oberseiten der Männchen sind orange-hellbraun gefärbt mit schwarzen Punkten. Der Kaisermantel wird auch als „Silberstreif“ bezeichnet und verdankt diesen Namen den zwei kurzen und einem langen silbrigen Streifen auf den Unterseiten seiner moosgrünen Hinterflügel. Die Duftschuppen der Männchen sind als dunkelbraune Streifen auf den Flügeladern sichtbar.

Die Weibchen erscheinen gelegentlich in einer grünlich grauen Farbgebung. Von dem sehr ähnlichen Großen Perlmutterfalter unterscheidet ihn seine außen geschwungene Flügelspitze. Außerdem hat der Große Perlmutterfalter silbrige Punkte statt Streifen auf den Flügelunterseiten.


Lebensweise und Vorkommen

Dost und Disteln, Brombeeren und Baldrian – im sonnigen Wald und an Lichtungen sind sie die Lieblingspflanzen des Kaisermantels. Sein Verbreitungsgebiet reicht von Mitteleuropa über gemäßigte Gebiete in Asien (zum Beispiel Russland und China) bis nach Japan. Auch in Teilen Nordafrikas ist er anzutreffen. Er fliegt von Juni bis September.


Das steht auf dem Speiseplan

Erwachsene Falter saugen besonders gern Nektar an Brombeerblüten, Skabiosen und Disteln (Nickende Distel und Kratzdisteln). Dort lassen sie sich oft lange zum Trinken nieder und können dann in Ruhe gut beobachtet werden. Die Raupen des Kaisermantels ernähren sich bevorzugt von Veilchen-Arten, wie Wald-Veilchen und Raues Veilchen.

Reptil des Jahres 2022. Die Zauneidechse

Foto: Karl-Heinz Kuhn
Foto: Karl-Heinz Kuhn

Lacerta agilis, die Zauneidechse, ist das Reptil des Jahres 2020. Dies hat die DGHT am 5. Dezember 2019 im Rahmen einer Pressekonferenz beim Hauptsponsor Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma offiziell verkündet.

Durch das plakative Aussehen der smaragdgrünen Männchen eignet sich die nunmehr 15. Amphibien- bzw. Reptilienart des Jahres, die im Wechsel seit 2006 ausgerufen wird, ideal als attraktiver und zugleich gefährdeter Werbeträger für unsere einheimischen Kriechtiere. Es handelt sich um einen seltenen, besonders geschützten Vertreter der mitteleuropäischen Herpetofauna, der in Deutschlands mit starken Rückgängen zu kämpfen hat. Die früher allgegenwärtige Art ist aus vielen Gebieten heute verschwunden und vor allem im Norden des Landes bedroht.

In der Roten Liste für Deutschland, die zuletzt 2009 aktualisiert wurde und derzeit in Bearbeitung ist, befindet sich die Zauneidechse noch auf der sogenannten Vorwarnliste. Das bedeutet, dass sich ihre Lage in den nächsten Jahren verschlechtern könnte. In der für 2020 angekündigten Neufassung dürfte sich die Gefährdungseinschätzung daher entsprechend verändert haben. Tatsächlich wird die Zauneidechse in den regionalen Roten Listen der meisten deutschen Bundesländer schon als gefährdet oder stark gefährdet eingestuft. Doch nicht nur die Zauneidechse selbst ist bei uns streng geschützt. Da die Art im Anhang IV der FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) der Europäischen Union aufgelistet wird, ist es zudem europaweit verboten, ihre Lebensräume zu beschädigen oder zu zerstören.   Quelle DGHT