Arten des Jahres 2021

     Wildtier des Jahres 2021. Der Fischotter

Foto: Karl-Heinz Kuhn
Foto: Karl-Heinz Kuhn

 

Fischotter gehören zur Familie der Marder und haben sich – wie die Schwimmhäute zwischen den Zehen zeigen – an Wasserlebensräume angepasst, wandern aber auch weite Strecken über Land. Bemerkenswert ist das Fell des Fischotters, dessen wasserabweisende Eigenschaft ihm früher fast zum Verhängnis wurde: Es ist mit bis zu 50.000 Haaren pro Quadratzentimeter das dichteste Fell aller Säugetiere.

 

Während bis zum Beginn des vorigen Jahrhunderts die Bejagung des Fischotters als „schädlicher“ Fischfresser und als Pelzlieferant fast zu seiner Ausrottung führte, ist heute die starke Fragmentierung der Landschaft die hauptsächliche Gefahr für ihn. Durch zunehmende Zerschneidungseffekte und Lebensraumzerstörung sind die für den Otter notwendigen zusammenhängenden, reich strukturierten Landschaften in ganz Europa selten geworden. Im Ergebnis dieser Entwicklung fehlen ihm vielerorts ungestörte Rückzugsräume mit ausreichender Deckung im Uferbereich und ungefährliche Populationsverbundkorridore. Eine hohe Zahl (in Sachsen über 50 Prozent) der ausgewachsenen Fischotter kommt während ihrer Wanderungen durch den Straßenverkehr ums Leben.

In Europa werden die verbliebenen Vorkommen im Osten (einschließlich Ostdeutschlands) durch eine breite Lücke von den westlichen Restvorkommen Portugals, Spaniens und Westfrankreichs getrennt. In weiten Teilen Westdeutschlands, den Niederlanden, der Alpenregion und Norditalien ist der Otter ausgestorben. Nach seiner Unterschutzstellung erholte sich der Restbestand wieder und zeigt in den letzten Jahrzehnten erfreulicherweise erneut Ausbreitungstendenzen. In Deutschland gibt es größere zusammenhängende Vorkommen jedoch nur in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und in der sächsischen Oberlausitz. Quelle Nabu

 

 

 

Reptil des Jahres 2021. Die Zauneidechse

Foto: Karl-Heinz Kuhn
Foto: Karl-Heinz Kuhn

Lacerta agilis, die Zauneidechse, ist das Reptil des Jahres 2020. Dies hat die DGHT am 5. Dezember 2019 im Rahmen einer Pressekonferenz beim Hauptsponsor Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma offiziell verkündet.

Durch das plakative Aussehen der smaragdgrünen Männchen eignet sich die nunmehr 15. Amphibien- bzw. Reptilienart des Jahres, die im Wechsel seit 2006 ausgerufen wird, ideal als attraktiver und zugleich gefährdeter Werbeträger für unsere einheimischen Kriechtiere. Es handelt sich um einen seltenen, besonders geschützten Vertreter der mitteleuropäischen Herpetofauna, der in Deutschlands mit starken Rückgängen zu kämpfen hat. Die früher allgegenwärtige Art ist aus vielen Gebieten heute verschwunden und vor allem im Norden des Landes bedroht.

In der Roten Liste für Deutschland, die zuletzt 2009 aktualisiert wurde und derzeit in Bearbeitung ist, befindet sich die Zauneidechse noch auf der sogenannten Vorwarnliste. Das bedeutet, dass sich ihre Lage in den nächsten Jahren verschlechtern könnte. In der für 2020 angekündigten Neufassung dürfte sich die Gefährdungseinschätzung daher entsprechend verändert haben. Tatsächlich wird die Zauneidechse in den regionalen Roten Listen der meisten deutschen Bundesländer schon als gefährdet oder stark gefährdet eingestuft. Doch nicht nur die Zauneidechse selbst ist bei uns streng geschützt. Da die Art im Anhang IV der FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) der Europäischen Union aufgelistet wird, ist es zudem europaweit verboten, ihre Lebensräume zu beschädigen oder zu zerstören.   Quelle DGHT